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Iss mich. Lies mich. Trink mich.

Um eines gleich vorweg zu sagen: Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich muss hier raus.

Letzteres so schnell wie möglich. Ich hoffe auf Dienstag; dass dann endlich alles gut werden wird. Dass an diesem Tag die ganze Odyssee ein Ende haben wird. Ich will wieder auf eigenen Beinen stehen. Selbst einkaufen, kochen und entscheiden, wer mich wann besucht oder zur Nacht bleibt. Ich will abends Wein trinken, aufbleiben und lesen, um 23h kochen, wenn mir danach ist, ohne dass irgendwer  darüber aufregt. Ich will Essen im Kühlschrank. Ich will am Wochenende mal ausspannen, mich nicht sieben Tage die Woche durch mein Praktikum, Schule und Arbeit schlagen. Ich will meine Schulden abbezahlen. Ich will sparen. Ich will meine Ausbildung beenden. Nie wieder einen Fuss in dieses Haus setzen, dass sich "zu Hause" nennt. "Notunterkunft" passt wohl besser.

Vor fast einer Woche das Bafög abgelehnt bekommen. Nach einem Jahr Wartezeit. Einfach abgelehnt. Was habe ich nicht alles an Unterlagen schicken müssen. Die wollten alles haben. Wahrscheinlich haben sie sich an meiner unschönen Lage ergötzt. Für unwahrscheinlich halte ich es nicht. 

Das letzte Wochenende war nicht so toll. Meine Gedanken waren irgendwo anders. Nicht bei mir im Unterricht, nicht bei mir bei der Arbeit am Sonntag.

Ich weiß, ich arbeite zu viel. Was soll ich denn machen? Muss ja zur Schule und wieder zurück kommen. Geht nicht anders. Krankenkasse bezahlen muss auch sein, ja. Viel lieber würde ich mir mal selbst irgendetwas Gutes gönnen. Weihnachtsgeschenke kaufen. Ist zur Zeit leider nicht drin. 

Und dann ohne große Erwartungen Anfang letzter Woche zum Amt gegangen. Den Stolz ausgeschaltet. Gesagt, dass der Bafögantrag abgelehnt wurde. Ich nicht weiter weiß. Die Dame war sehr nett; anders als erwartet. Hat sich Mühe gegeben und Zeit genommen. Mir den Antrag erklärt. Wie alles funktioniert. Mietspiegel gezeigt.

Danach zum Praktikum gefahren. Ein winziges Hoffnungsgefühl in mir gehabt. Gehabt? Es ist immer noch da. Wahrscheinlich ist es das, was mich dazu veranlasst, weiter zu machen. Nicht aufgeben, Wird schon werden. Lächel mal, Mädchen. 

Und doch fällt es mir unglaublich schwer, den Kopf oben zu behalten. Ich will nur hier raus. Wenn ich sage, "... meine Mutter nervt...", wird jeder nicken und sagen: "... ja, meine auch." 

Meine Mutter war schon immer "anders". Sie ist eine Meisterin der Intrige. Versteht es, Schuldgefühle zu schüren. Hat immer Recht; nur ihre Meinung zählt. Ich kann sie nicht beschreiben, kein Bild von ihr wiedergeben. Psychisch gesehen hat sie nicht 6 Richtige.

Heute hat mein Bruder sich erdreistet zu fragen, warum nichts mehr im Kühlschrank ist. Essbares. Warum sie nichts mehr kocht. Gar nichts mehr im Haus macht. Kochen und putzen, Wäsche machen sind inzwischen auch meine Aufgaben. Neben der Ausbildung mach ich das. Und der Arbeit am Wochenende. Und dem Lernen. Das kommt zur Zeit zu kurz. Und ich packe es trotzdem. Irgendwie.

Sie ist ausgeflippt. Was uns einfällt?! Wir könnten ja selbst für uns einkaufen gehen. Meine Geschwister sind 7 und 15...

Ich wusste, dass das mal so kommen würde. Angefangen hat es vor einem Jahr. Ich bin wieder "nach Hause" gekommen... es hat dann 2 einhalb Monate gedauert, und unser Vater hatte einen seiner gewalttätigen Anfälle. Wir sind so groß geworden, wir kennen gar keine "normale" Familie. Meine Schwester hat die Polizei gerufen, als er in blinder Wut auf uns losgehen wollte. Der Rest hat versucht, ihn aufzuhalten. Ausgeflippt ist er, weil meine Mutter ausversehen den falschen Lichtschalter betätigt hatte. Wir haben schon immer auf dünnem Eis gelebt.

Dann kam die Polizei, er musste gehen. Das ganze ist bis vor das Gericht gekommen. Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr zu 3 Jahren auf Bewährung plus eine Therapie. Das war dies Jahr im September. Meine Mutter will nach wie vor, dass er wieder her kommt. Egal, was er ihr und uns angetan hat. Sie will wieder mit ihm zusammen leben.

Meine Schwester hat das alles nicht ertragen. Sie wohnt jetzt betreut. War lange in der Klinik. Meine süße, kleine Schwester. Habe immer gedacht, sie sei so viel tougher als ich. Sie hat nun Abstand zu der ganzen Sache.

Meine Mutter hat mir nahe gelegt, dass ich mir doch bitte bis zum Sommer nächsten Jahres eine eigene Wohnung suchen soll. Quasi ein Rauswurf. Eine Frist. Ich verdanke ihr sehr viel, aber auf Dauer können wir nicht miteinander leben. Sie versucht mich kaputt zu machen, weil ich so schwach und gutmütig bin. 

Ein Rauswurf? Meine Chance! Nur weg. ^^

Jetzt hoffe ich, mein Antrag auf Grundsicherung wird bewilligt. Ich will meine Ausbildung beenden. Ich will hier raus. Mein eigenes Leben beginnen. Vielleicht nicht so ganz eigenständig vom finaziellen her... aber doch besser als vorher.

Zwar nur wenige, doch gute Freunde. Auf die ich mich verlassen kann, wenn mich alle anderen verlassen haben. 

Und dann noch der beste und liebste Mensch der Welt. Der mich gerettet hat, ohne es zu wissen. Mein Held, mein Hase, ich liebe dich. Du bist immer bei mir und hälst zu mir. 1000 Gründe und noch viel mehr, dich zu lieben. Ich danke dir für deine permanente Unterstützung. <3

Meine Schutzengel haben unglaublich hart gearbeitet. Ich finde, jetzt könnten ruhigere Zeiten kommen, damit sie sich auch mal ausruhen können.

Amy hat genug gesehen. Wo ist der Ausgang vom Wunderland?

5.12.10 20:28
 


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